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10. Seniorenpolitische Fachtagung des dbb in Berlin
Gesundheit im Alter: Zwischen Prävention, Arzneimitteln und sozialer Teilhabe
10. Seniorenpolitische Fachtagung des dbb in Berlin
Wie lässt sich eine gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung im Alter sicherstellen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich die 10. Seniorenpolitische Fachtagung der dbb-Bundesseniorenvertretung am 30. September 2026 im dbb forum berlin. Unter dem Titel „Bezahlbar und gut versorgt – neue Wege für die Gesundheit im Alter“ standen unterschiedliche Aspekte der gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen auf dem Programm.
Nach der Begrüßung durch Dr. Horst Günther Klitzing, Vorsitzender der dbb-Bundesseniorenvertretung, eröffneten Maria Maier-Seel vom Bundesministerium für Gesundheit und Volker Geyer, dbb-Bundesvorsitzender, mit ihren Grußworten die Veranstaltung.
Prävention statt Nachsorge – verständlich ist anders
Prof. Dr. Michael Denkinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Ärztlicher Direktor der Agaplesion Bethesda Klinik, widmete sich dem Thema „Vorsorge statt Nachsorge im Alter: Warum Prävention kein Verfallsdatum hat“.
Die Bedeutung der Prävention im Alter ist unbestritten. Allerdings war der Vortrag mit zahlreichen medizinischen Fachbegriffen gespickt, sodass es nicht immer leichtfiel, den Ausführungen zu folgen. Eine etwas allgemeinverständlichere Darstellung hätte sicherlich dazu beigetragen, die wichtigen Inhalte einem breiteren Publikum näherzubringen.
Medikamente im Alter: Ein wichtiges Thema
Im Anschluss sprach PD Dr. Farhad Pazan von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg über die Optimierung der Arzneimitteltherapie im Alter. Unter dem Titel „Mit FORTA Risiken reduzieren und Therapie verbessern“ ging es um Möglichkeiten, die Medikamentenversorgung sicherer und wirksamer zu gestalten.
Auch hier stand ein wichtiges Thema im Mittelpunkt. Bei der Präsentation war allerdings zu spüren, dass der Referent offenbar nicht allzu häufig Vorträge vor einem größeren Publikum hält. Sein Auftritt wirkte dadurch weniger routiniert. An der Bedeutung des Themas änderte das jedoch nichts: Gerade bei älteren Menschen ist es wichtig, Medikamente sorgfältig aufeinander abzustimmen und Risiken möglichst zu vermeiden.
Lachen und soziale Kontakte als Gesundheitsfaktoren
Nach der Mittagspause rückten weitere Aspekte der Gesundheit im Alter in den Fokus. Dr. Anna Maria Thomae und Sigrid Pohl-Häußler aus Berlin widmeten sich dem Lachyoga. Ihr Beitrag „Lachyoga – Lachen ohne Grund – ein ganzheitlicher Weg zur körperlichen und seelischen Gesundheit“ stellte das Lachen als einen besonderen Ansatz für Wohlbefinden und Gesundheit vor.
Sarah Hoffmann, Leiterin der Tagespflegeeinrichtung „hoffmannsgarten“ und Gründerin der Initiative „mittendrin statt nicht dabei“, beschäftigte sich mit einem Thema, das viele ältere Menschen betrifft: Einsamkeit. Ihr Vortrag „Einsamkeit kostet – soziale Teilhabe macht Ältere gesünder“ machte bereits mit seinem Titel deutlich, wie eng gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit miteinander verbunden sind.
Podiumsdiskussion: Wann ist genug genug?
Den Abschluss des fachlichen Programms bildete die Podiumsdiskussion „Medizin ohne Grenzen: Wann ist genug genug?“. Mit Simone Borchardt, MdB und gesundheitspolitischer Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. h. c. Christel Bienstein, Prof. Dr. Mark Schweda und Annette Simon kamen unterschiedliche Perspektiven auf die medizinische Versorgung und die Bedürfnisse älterer Menschen zusammen.
Dabei stand eine grundsätzliche Frage im Raum: Wie lassen sich medizinische Möglichkeiten, die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen sowie die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems miteinander vereinbaren? Gerade angesichts des demografischen Wandels wird diese Diskussion weiter an Bedeutung gewinnen.
Nach dem Schlusswort von Norbert Lütke, dem zweiten Vorsitzenden der dbb-Bundesseniorenvertretung, endete die Tagung.
Ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft
Die Fachtagung zeigte, wie vielfältig die Herausforderungen rund um die Gesundheit im Alter sind. Prävention, eine sichere Arzneimittelversorgung, seelisches Wohlbefinden und soziale Kontakte gehören ebenso dazu wie die Frage nach den finanziellen und ethischen Grenzen des medizinisch Machbaren.
Nicht jeder Vortrag war gleichermaßen leicht zugänglich, doch die Themen waren relevant und betreffen letztlich uns alle. Eine gute Gesundheitsversorgung im Alter braucht nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern auch verständliche Informationen, praktikable Lösungen und ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedürfnisse älterer Menschen.